Türkische Haselnusssorten: Tombul, Çakildak, Palaz und Foşa¶
Inhalt wurde durch künstliche Intelligenz generiert — bitte vor der Anwendung überprüfen
Dieser Artikel wurde automatisch aus einer Sammlung von Literatur über Haselnüsse unter Einsatz von künstlicher Intelligenz zusammengestellt und kann Fehler oder veraltete Daten enthalten. Er dient als Ausgangspunkt für weitere Recherchen und nicht als fachlicher Rat. Dosierungen, Mittel und Zeitpunkte sind informativ und hängen von der Sorte, dem Standort und den geltenden Vorschriften ab — prüfen Sie diese unbedingt bei der Beratungsstelle und auf offiziellen Quellen, bevor Sie sie anwenden.
Die Türkei ist mit Abstand der größte Haselnussproduzent der Welt — sie erzeugt etwa die Hälfte der weltweiten Gesamtmenge — daher prägen türkische Sorten den Referenzmarkt und setzen Qualitätsmaßstäbe für das Kernfleisch, an denen alle anderen gemessen werden. Die vier Namen, die in der Anbauregion an der Ostküste des Schwarzen Meeres (Provinzen Giresun, Ordu, Trabzon, Zonguldak, Samsun) am häufigsten genannt werden, sind Tombul, Çakildak (türk. Çakıldak), Palaz und Foşa (türk. Foşa). Dies sind keine exotischen Seltenheiten, sondern die Arbeitstiere der türkischen Haselnusskultur: Zusammen bilden sie das Rückgrat des weltweiten Angebots an Kernfleisch für die Süßwaren- und Lebensmittelindustrie. Dieser Artikel fasst ihre pomologischen Eigenschaften, den Kernanteil (Prozentsatz des Kerns in der Frucht), die Zugehörigkeit zur geografischen Gruppe des Schwarzen Meeres und ihre Rolle im weltweiten Angebot zusammen, basierend auf der Haselnussliteratur und öffentlichen Quellen. Das Thema knüpft direkt an den Artikel über S-Allele und das System der Selbstinkompatibilität sowie an den Überblick über den globalen Haselnussmarkt an.
Schnellübersicht — Vergleichstabelle¶
Die Werte sind orientierend; sie unterscheiden sich je nach Quelle und hängen stark vom Klon, der Höhenlage, der Hangexposition, dem Jahr und der Agrotechnik ab.
| Eigenschaft | Tombul | Çakildak | Palaz | Foşa |
|---|---|---|---|---|
| Hauptanbaugebiet | Giresun (und Trabzon) | Ordu, Giresun | Ordu, Giresun, Samsun | Zonguldak (westlicher Gürtel) |
| Fruchtform | rund (sphärisch) | rund bis flach | rund/abgeflacht | rund, kleiner |
| Fruchtgewicht | ~1,5–2,3 g | ~2,3–2,4 g | ~2,1–2,4 g | ~1,8 g |
| Kerngewicht | ~0,9–1,3 g | ~1,3–1,35 g | ~1,1–1,3 g | ~0,96 g |
| Kernanteil | ~50–59 % | ~54–57 % | ~53–55 % | ~54 % |
| Schalenstärke | dünn (~0,9–1,0 mm) | ~0,95–0,96 mm | ~1,0 mm | ~0,94 mm |
| Blanchierfähigkeit (Häutungsgrad) | sehr hoch (~96–99 %) | hoch | mäßig (~95 %) | niedriger (~73 %) |
| Ölgehalt | ~63–72 % | hoch | hoch | hoch |
| Wuchskraft | schwach | mittel | mittel | mittel |
| Neigung zur alternativen Fruchtbarkeit | ausgeprägt | mäßig | mäßig | mäßig |
| Marktposition | Premium, Referenzsorte | Industriell | Industriell | Regional/Industriell |
Warum türkische Sorten als Referenz gelten¶
Der globale Haselnussmarkt bewertet das Kernfleisch nach mehreren Eigenschaften: hoher Kernanteil (mehr Kern pro Kilogramm Schalenfrucht bedeutet mehr verkaufsfähige Ware), runde und gleichmäßige Kerne ohne Fasern und ohne verwachsene Doppelkerne, gute Blanchierfähigkeit (leichtes Entfernen der braunen Samenschale/Perikarp nach dem Röstprozess) sowie guter Geschmack und Aroma. Türkische Sorten wurden durch langjährige Selektion genau auf diese Anforderungen der Süßwarenindustrie optimiert (Schokoladencremes, Überzüge, Röstung), daher vergleichen Kunden weltweit andere Sorten mit dem "türkischen Profil".
Geografisch konzentriert sich fast die gesamte türkische Produktion an der Ostküste des Schwarzen Meeres in einem feuchten und mäßig warmen Klima mit Hängen, die eine gute Drainage bieten. Aufgrund dieses Ursprungs bilden türkische Sorten den Kern der sogenannten geografischen Gruppe des Schwarzen Meeres im Pflanzengut — dazu mehr im separaten Kapitel unten.
Tombul — Premium-Referenz¶
Tombul ist die wichtigste und am höchsten geschätzte türkische Sorte, insbesondere verbreitet in der Provinz Giresun (in geringerem Maße in Trabzon). Der Name tombul bedeutet auf Türkisch "voll, rund" und beschreibt die Frucht genau: rund, mittelgroß, die die Schale vollständig ausfüllt.
Pomologie. Die Frucht ist sphäroidisch geformt, die Schale ist dünn, glänzend, braun und leicht brüchig (Stärke ca. 0,9–1,0 mm). Das Kernfleisch ist weiß, glänzend, knusprig, faserfrei und hat eine kleine mittlere Höhlung; die Samenschale ist dünn und leicht abziehbar. Der Durchmesser des Kerns liegt bei ca. 13 mm. Das Involukrum (Hüllblatt) bedeckt die Frucht fast vollständig und ist etwa doppelt so lang wie die Frucht, was die maschinelle Ernte erschwert — dies ist einer der bekannten Nachteile der Sorte.
Kernanteil und Zusammensetzung. Tombul erreicht einen hervorragenden Kernanteil; die Literatur nennt Werte von ca. 50 % bis fast 59 %, abhängig vom Klon und Standort (z. B. ca. 52,4 % in einer Messung, bis zu ca. 59,2 % bei ausgewählten Klones). Der Ölgehalt ist sehr hoch, im Bereich von ca. 63–72 %, und die Blanchierfähigkeit ist außergewöhnlich hoch (ca. 96–99 %). Diese Eigenschaften machen es zu einem der gefragtesten "levantinischen" Haselnüsse auf dem internationalen Markt — geeignet sowohl zum Knabbern als auch für die industrielle Verarbeitung.
Schwächen. Die Sorte hat eine schwache Wuchskraft, eine ausgeprägte Neigung zur alternativen (periodischen) Fruchtbarkeit (starker Ertrag im einen Jahr, schwächerer im nächsten) und ist anfällig für den Befall durch die Große Haselknospengallmilbe (Phytoptus / Phytocoptella avellanae, "Großer Knospen"). Bei guter Pflege und ausgewogener Düngung bringt sie regelmäßige hohe Erträge; in einzelnen Jahren wurden Erträge von über 2,9–3,2 kg pro Strauch verzeichnet.
Çakildak — Industrieller Arbeitsschatz¶
Çakildak ist eine weit verbreitete, robuste Industriesorte in den Provinzen Ordu und Giresun.
Pomologie. Die Frucht ist größer als der Durchschnitt (Gewicht ca. 2,3–2,4 g), rund bis leicht flach, mit einer Schalenstärke von ca. 0,95–0,96 mm. Das Kernfleisch ist groß (Gewicht ca. 1,3–1,35 g, Durchmesser ca. 14–15 mm).
Kernanteil. Sie gehört zu den Sorten mit sehr gutem Kernanteil — die Literatur nennt ca. 54–57 % (z. B. ein Kernanteil von ca. 56,8 %), bei einem hohen Anteil an "vollen" (gesunden, gut gefüllten) Kernen; einzelne Messungen ergeben einen Anteil an gutem Kernfleisch von ca. 82–92 %. Dies macht sie zu einer zuverlässigen Wahl für die Massenverarbeitung. Die klonale Selektion innerhalb von Çakildak hat eine hohe Erblichkeit (Heritabilität) der Schlüsseleigenschaften gezeigt — z. B. für die Fruchtstärke ca. 0,89 und für den Kernanteil ca. 0,87 — was bedeutet, dass durch die Auswahl überlegener Klones Ertrag und Qualität dauerhaft verbessert werden können.
Praktisch. Çakildak ist weniger "elitär" als Tombul in Bezug auf die Feinheit des Kerns, bietet aber eine große Frucht und einen stabilen Kernanteil und füllt somit das industrielle Segment des Angebots aus.
Palaz — Zuverlässige große Sorte¶
Palaz ist eine weitere wichtige Industriesorte des Schwarzmeergürtels (Ordu, Giresun, Samsun).
Pomologie. Die Frucht ist rund bis abgeflacht, groß (Gewicht ca. 2,1–2,4 g, in einigen Messungen bis zu 2,33 g — oft die größte der vier beschriebenen Sorten), mit einer Schalenstärke von ca. 1,0 mm und einem großen Kernfleisch (ca. 1,1–1,3 g).
Kernanteil und Qualität. Der Kernanteil liegt bei ca. 53–55 %. Die Blanchierfähigkeit ist etwas niedriger als die von Tombul (ca. 95 %), und der Anteil voller Kerne variiert (Messungen von ca. 72 % bis über 80 %, je nach Bedingungen). Die mechanischen Eigenschaften der Frucht (Energie und Härte, die zum Brechen der Schale erforderlich sind) sind bei Palaz höher als bei Çakildak, was für die Einstellung von Knackmaschinen relevant ist.
Bestäubung. Palaz hat sich in Kompatibilitätsstudien als selbstinkompatibel erwiesen, während Tombul teilweise selbstkompatibel ist. Als Bestäuber für Palaz haben sich die Sorten Yerli fındık, Kalınkara und Çakildak gut bewährt; für Tombul sind hingegen Palaz, Hanım fındığı und Kalınkara gute Bestäuber. Dies ist praktisch wichtig bei der Planung der Anlage (siehe Kapitel über S-Allele).
Foşa — Regionale westschwarzmeerische Sorte¶
Foşa ist eine Sorte des westlicheren Teils des Schwarzmeergürtels, insbesondere der Provinz Zonguldak, wo sie klassisch zusammen mit Tombul, Palaz, Mincane und Yuvarlak Badem untersucht wird.
Pomologie. Die Frucht ist kleiner (Gewicht ca. 1,79 g), rund, mit einem Kernfleischgewicht von ca. 0,96 g und einer Schalenstärke von ca. 0,94 mm.
Kernanteil und Einschränkung. Der Kernanteil ist solide (ca. 53,9 %), aber die Blanchierfähigkeit ist extrem niedrig — in einer Messung betrug sie nur ca. 73 %, deutlich unterhalb von Tombul (ca. 98 %) und Palaz (ca. 95 %). Da die Industrie eine leichte Blanchierfähigkeit hoch bewertet, schränkt dies die Position von Foşa im Premiumsegment ein und ordnet sie eher einer regionalen/industriellen Rolle zu.
Schwarzmeer-Geografische Gruppe und S-Allele¶
Was ist die Schwarzmeer-Gruppe?¶
Genetische Studien (SSR und andere molekulare Marker) unterteilen die europäische Haselnuss (Corylus avellana) in mehrere geografische Gruppen der genetischen Ressourcen. Türkische Sorten – einschließlich Tombul, Çakıldak, Palaz und Foça – gehören zur Schwarzmeer-Gruppe (Black Sea Group), der auch Sorten aus Georgien und Aserbaidschan phänotypisch ähneln. Die langjährige klonale Vermehrung geschätzter Sorten in der gesamten Region hat eine außergewöhnliche sorteninterne genetische Diversität (mehrere Untertypen/Klone desselben „Namens“) geschaffen, weshalb dieselbe Sorte an verschiedenen Standorten deutlich unterschiedliche Eigenschaften aufweisen kann. Dies erklärt auch die breiten Wertebereiche in der Literatur.
Sporophyte Selbstinkompatibilität und S-Allele¶
Haselnuss besitzt ein sporophytestes Selbstinkompatibilitätssystem, das von einem einzelnen Genlocus (S-Locus) mit einer großen Anzahl von Allelen gesteuert wird (bisher wurden ca. 33 S-Allele beschrieben, S1–S33). Wenn der Bestäuber mit seiner empfänglichen Narbe ein S-Allel teilt, das mit der Mutter-Sorte übereinstimmt, bleibt die Befruchtung aus. Die praktische Konsequenz ist einfach: Der Bestäuber muss mindestens ein S-Allel besitzen, das sich von der Hauptsorte unterscheidet, und er muss Pollenschüttung genau dann abgeben, wenn die weiblichen Blüten der Hauptsorte empfänglich sind (Blühabstimmung). Daher werden bei der Planung von Anlagen mit türkischen Sorten immer mehrere, verlässlich kompatible Bestäuber kombiniert.
Sind die S-Allele türkischer Sorten bekannt? Im Gegensatz zu vielen alten europäischen Sorten sind die S-Allele führender türkischer Sorten identifiziert worden – und zwar durch direkte Bestimmung der im Pollen exprimierten Allele (Mehlenbacher et al., 2005, basierend auf Material aus der Giresun-Sammlung). Identifiziert wurden die folgenden, im Pollen exprimierten Allele:
| Sorte | Im Pollen exprimiertes Allel (bekannt) |
|---|---|
| Tombul | S12 |
| Palaz | S2 (zusammen mit Yuvarlak Badem) |
| Çakıldak | S24 |
| Foça | S8 (zusammen mit Mincane und Sivri) |
| Kalınkara, İncekara, Uzunmusa | S21 |
| Yassı Badem | S5 |
Wichtiger Hinweis. Aufgeführt sind die Allele, die im Pollen exprimiert werden; Haselnuss ist diploid und trägt pro Sorte zwei S-Allele, wobei das zweite (rezessive oder im Pollen nicht exprimierte) Allel für einige türkische Sorten nicht immer zuverlässig veröffentlicht wurde. Daher dienen die S-Allele in der Tabelle als Richtlinie, nicht als vollständiger S-Genotyp. In der Praxis wird die Kompatibilität am sichersten durch direkte Befruchtungstests ermittelt (Wachstum der Pollenschläuche in der Narbe unter dem Fluoreszenzmikroskop), auf denen auch die unten stehenden Bestäuberempfehlungen basieren. Ziehen Sie keine Schlussfolgerungen über die Kompatibilität allein auf Basis eines einzigen veröffentlichten Allels.
Verifizierte Bestäuberpaare¶
Türkische Kompatibilitätsstudien (Okay et al., 1994; Beyhan et al., 1997; sowie Empfehlungen des Findik Araştırma Enstitüsü / Karadeniz et al., 2009) liefern konkrete, im Feld verifizierte Empfehlungen. Die zentrale Erkenntnis ist, dass Palaz selbstinkompatibel ist, während Tombul teilweise selbstkompatibel ist (für Tombul werden jedoch aufgrund einer höheren und gleichmäßigeren Befruchtung nachdrücklich Bestäuber empfohlen).
| Hauptsorte | Verifizierte/empfohlene Bestäuber |
|---|---|
| Tombul | Palaz, Hanım fındığı, Kalınkara (beste Kompatibilität); weitergehend auch Çakıldak, Sivri, İncekara |
| Palaz | Yerli fındık, Kalınkara, Çakıldak (beste Kompatibilität); weitergehend auch Tombul, Mincane, İncekara |
| Çakıldak | Tombul, Palaz, İncekara, Sivri, Mincane |
| Foça | Tombul, Palaz, Mincane, Uzunmusa |
Es ist zu beobachten, dass Sivri und Kalınkara primär als Bestäuber dienen (geringere Kernqualität, aber üppige und gut verteilte Pollenproduktion), weshalb sie oft als gezielte Bestäuber in Anlagen der Hauptsorten gepflanzt werden. Da sich die Blütezeit von Jahr zu Jahr je nach Witterung verschiebt, bietet die Kombination von 2–3 Bestäubern mit gestreckten Pollenschüttungszeiträumen mehr Sicherheit als ein einziger, nur auf dem Durchschnitt abgestimmter Bestäuber.
Konsolidierte Sortentabelle¶
Zusammenfassung der Schlüsselmerkmale zur Anlagenplanung (Orientierungswerte; siehe Diskussionen zu den einzelnen Sorten oben):
| Sorte | Verwendung | Kernanteil | Fruchtgröße | Schälbarekeit | Bekanntes S-Allel (Poll) | Hauptbestäuber |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Tombul | Premium / Referenz, Knabbern + Verarbeitung | ~50–59 % (typ. 51–55 %) | mittel (~1,5–2,3 g) | sehr hoch (~96–99 %) | S12 | Palaz, Hanım fındığı, Kalınkara |
| Çakıldak | Industriell, Massverarbeitung | ~54–57 % | groß (~2,3–2,4 g) | hoch | S24 | Tombul, Palaz, İncekara |
| Palaz | Industriell, große Frucht | ~53–55 % | groß/größt (~2,1–2,4 g) | moderat (~95 %) | S2 | Yerli fındık, Kalınkara, Çakıldak |
| Foça | Regional/Industriell | ~54 % | kleiner (~1,8 g) | niedrig (~73 %) | S8 | Tombul, Palaz, Mincane, Uzunmusa |
Hinweise zur Reifezeit: Tombul und Palaz treiben früh aus und sind daher anfälliger für späte Frühlingsfröste; Çakıldak treibt später aus und ist daher frosthärter, was einer der Gründe für die Ausweitung seines Anbaus ist. Die Ernte im östlichen Schwarzmeergürtel verläuft klassisch von Ende August in niedrigeren Lagen bis September in höheren Lagen.
Die Rolle türkischer Sorten im weltweiten Angebot¶
Türkei ist der größte Haselnussproduzent der Welt mit großem Vorsprung. Kroatische und internationale Quellen geben an, dass die Türkei etwa die Hälfte bis zwei Drittel der weltweiten Menge produziert – konkret werden ~56 % genannt (FAOSTAT 2018), 60–70 % jährlich (Vujević et al., 2017), und neuere Marktübersichten für 2024 schätzen etwa 708.000 Tonnen, was ~61 % der gesamten weltweiten Produktion entspricht, wobei Italien auf dem zweiten Platz mit ca. 100.000 Tonnen liegt. Die Türkei hält zudem 70–80 % der weltweiten Exportmengen und diktiert somit Preise und Standards.
Fast die gesamte Produktion konzentriert sich an der östlichen Schwarzmeerküste – es wird geschätzt, dass ca. 60–65 % auf die Region des östlichen Schwarzmeers entfallen, wobei die Provinz Ordu etwa ein Drittel der türkischen Ernte liefert; dazu kommen wichtige Regionen wie Giresun, Trabzon, Samsun und Zonguldak. Im Handel wird die Qualität in zwei große Kategorien unterteilt:
- Giresun-Qualität – Haselnüsse aus der Giresun-Region (typisch Tombul): hoher Ölanteil, dünne Schale, hervorragende Schälbarekeit; erzielen Premium-Preise.
- Levant-Qualität – Sammelbegriff für Haselnüsse aus allen anderen (nicht-Giresun-) Regionen; etwas niedrigere, aber dennoch hohe Qualität, Rückgrat des industriellen Angebots.
Daher bilden türkische Sorten – insbesondere Tombul als „giresunischer“ Maßstab und Çakıldak/Palaz als industrielles Volumen – das Referenzprofil, an dem alle anderen weltweiten Sorten gemessen werden (italienische tonde, spanische Negret, amerikanische Barcelona/Jefferson). Für den kroatischen Produzenten hat dies eine doppelte Bedeutung: Einerseits setzt der türkische Haselnuss den Qualitätsmaßstab für den Kern, dem es zu entsprechen gilt, andererseits bestimmen türkisches Volumen und Preis den Abnahmepreis, auf den sich die kroatische Produktion stützt (die kroatische Süßwarenindustrie importiert einen großen Teil des türkischen und italienischen Haselnusses).
Praktische Empfehlungen¶
- Tombul ist der Qualitätsmaßstab, nicht unbedingt die Sorte für Ihre Anlage. Sein hervorragendes Profil ist an das Giresun-Terroir und die intensive Pflege gebunden; außerhalb dessen erwarten Sie einen niedrigeren Kernanteil und eine stärkere Alternanz. Wenn Sie dennoch türkische Sorten pflanzen, planen Sie diese als Teil des Sortiments, nicht als Monokultur einer Sorte.
- Nie nur eine Sorte. Palaz ist selbstinkompatibel, und auch bei der teilweise selbstkompatiblen Sorte Tombul erhöhen Bestäuber die Befruchtungsignifikant und machen sie gleichmäßiger. Planen Sie 2–3 kompatible Bestäuber mit gestreckter Blüte ein (z. B. für Palaz: Yerli fındık + Kalınkara + Çakıldak).
- Verwenden Sie verifizierte Paare, nicht nur S-Allele. Die S-Allele in der Tabelle (Tombul S12, Palaz S2, Çakıldak S24, Foça S8) sind als Richtlinie nützlich, aber pro Sorte ist nur ein Allel bekannt; verlassen Sie sich auf im Feld verifizierte Bestäuberpaare und idealerweise auf den Blühfenogramm am eigenen Standort.
- Für frostgefährdete Lagen bevorzugen Sie spät austreibende Sorten. Çakıldak treibt später aus und ist frosthärter als der früh austreibende Tombul und Palaz.
- Abstimmung der Wahl auf die Verwendung. Für Premium/Knabbern und einfache Schälbarekeit zielt man auf Tombul-Typen ab; für industrielles Volumen großer Früchte auf Çakıldak und Palaz; Foça bleibt aufgrund der schlechten Schälbarekeit (~73 %) eine regionale/industrielle Sorte, keine Premium-Sorte.
- Maschinelle Ernte und Involukrum. Das lange Involukrum von Tombul (fast doppelt so lang wie die Frucht) erschwert die maschinelle Ernte – berücksichtigen Sie dies bei der Wahl der Erntetechnologie.
- Suchen Sie zertifiziertes, klonal definiertes Pflanzgut. Die sorteninterne Diversität türkischer Sorten ist groß (viele Klone mit demselben Namen), daher variieren Kernanteil und Qualität erheblich; die klonale Selektion (z. B. bei Çakıldak) hat eine hohe Erblichkeit der Schlüsselmerkmale gezeigt.
Häufige Fehler¶
- Pflanzung von Palaz (oder jeder anderen türkischen Sorte) ohne Bestäuber. Palaz ist selbstinkompatibel; ohne einen kompatiblen Bestäuber mit abgestimmter Blüte bleibt der Ertrag aus.
- Verlassen auf einen einzigen Bestäuber, der auf den „Buchdurchschnitt“ abgestimmt ist. Dihogamie und Blühbeginn verschieben sich je nach Jahr und Standort; Sicherheit bietet die Kombination von 2–3 Bestäubern mit gestreckter Blüte.
- Schlussfolgerung über die Kompatibilität nur aus einem veröffentlichten S-Allel. Für türkische Sorten ist nur ein Allel im Pollen zuverlässig bekannt; der vollständige S-Genotyp (zwei Allele) ist nicht immer veröffentlicht – verwenden Sie im Feld verifizierte Paare.
- Erwartung eines „giresunischen“ Tombul außerhalb seines Territoriums und ohne intensive Pflege (ausgewogene Düngung, Bekämpfung der Großen Haselnussknospeneule, Bewässerung). Erwarten Sie realistisch einen niedrigeren Kernanteil und eine ausgeprägtere Alternanz.
- Einschätzung von Foça als Premium-Sorte. Ihre schlechte Schälbarekeit (~73 %) beschränkt sie auf eine regionale/industrielle Rolle, unabhängig von einem soliden Kernanteil.
- Verwechslung von Größe und Qualität. Palaz ist oft die größte Frucht, aber Größe garantiert nicht den besten Kernanteil oder die beste Schälbarekeit – Tombul mit kleineren Früchten liefert eine hochwertigere Kernqualität.
- Pflanzung früh austreibender Sorten (Tombul, Palaz) in Frostsenken. Wählen Sie Standorte mit guter Luftdrainage; für kältere Standorte bevorzugen Sie den spät austreibenden Çakıldak.
Galerie¶
Quellen¶
Dieser Artikel ist ein KI-Zusammenfassung, die aus einer internen Literatursammlung zu Haselnüssen (RAG-Korpus) und öffentlichen Internetquellen zusammengestellt wurde. Die wichtigsten verwendeten Quellen:
Aus dem RAG-Korpus (Literatursammlung zu Haselnüssen):
- Incompatibility Alleles Expressed in Pollen of Turkish Hazelnut Cultivars (Mehlenbacher et al., 2005) — Identifikation der in der Pollen exprimierten S-Allele: Palaz und Yuvarlak Badem S2, Foša/Mincane/Sivri S8, Tombul S12, İncekara/Kalınkara/Uzunmusa S21, Yassı Badem S5, Çakildak S24.
- The Investigation of Compatibility Relationships of Tombul and Palaz Cultivars (Beyhan, Beyhan, Odabaş, 1997; DOI: 10.17660/ActaHortic.1997.445.23) — Palaz selbstinkompatibel, Tombul teilweise selbstkompatibel; beste Bestäuber für Tombul (Palaz, Hanım fındığı, Kalınkara) und für Palaz (Yerli fındık, Kalınkara, Çakildak).
- Selection of Pollinators for Tombul Hazelnut (Okay, Okay, Ayfer, 1994; DOI: 10.17660/ActaHortic.1994.351.21) — Bestäubungsversuche von Tombul mit Sivri, Foša, Kalınkara, Mincane, Palaz; Wachstum der Pollenschläuche unter dem Fluoreszenzmikroskop.
- Empfohlene Bestäuber nach Sorten (Karadeniz et al., 2009; Findik Araştırma Enstitüsü / Fiskobirlik) — Tabellen der Bestäuber für Tombul, Palaz, Çakildak, Foša, Mincane, Sivri, Kalınkara.
- ORDU'NUN PERŞEMBE İLÇESİNDE … TOMBUL FINDIK … FARKLI RAKIM VE YÖNEYLER (2010) — Tombul 56,76 % Ausbeute / 0,93 mm Schale / 98,16 % Enthäutung; Palaz 2,33 g / 54,07 % / 95,44 %; Foša 1,79 g / 53,86 % / 73,12 %; Mincane und Yuvarlak Badem im Vergleich.
- FINDIKTA … OCAK YAŞI (Kırca et al., 2010) — Tombul-Ausbeute 46,66 % (90 Jahre) bis 55,09 % (50 Jahre); Literaturwerte 49,9–51,9 %; Schalentiefe 0,89–1,15 mm.
- Yield, cluster drop and nut traits of three Turkish hazelnut cultivars (2005) — Tombul hat den höchsten Kernanteil (~53,8 %), Ertrag bis ~3190 g/Strauch; geringster Anteil an leeren Kernen bei Tombul.
- Performance of the local and standard hazelnut (2001) — Tombul 52,78 % Kern, 1,06 mm Schale, Enthäutung 96 % vs. Palaz 99 %; Hanımfındığı 59,59 % Kern.
- Kurutma yöntemlerinin fındığın fiziksel … özellikleri (2019) — Anteil gesunder Kerne (SİO): Palaz 92,65–95,33 %, Tombul 82–88 %, historische Daten (İslam 2000): Tombul 94,33 %, Palaz 90,75 %, Çakildak 80,75 %.
- Fındık iç oranı / depolama (2022) — Kernanteil: Tombul 54,84 %, Palaz 53,05 %, Çakildak 55,48 %.
- Alım Noktalarına Gelen Fındık … Giresun Örneği (2023) — Giresun-Proben Ausbeute >50 %, bis zu 58,27 %; typischer Tombul 50–52 %.
- Çakıldak fındık çeşidi — bilimsel çalışmalar (2010) — Çakildak resistent gegen Früh- und Spätfröste, Hauptbestäuber Tombul und Foša; Anbauflächen unter Çakildak in Ordu (~91.188 ha).
- Analysis of Anticancer Taxanes in Turkish hazelnut genotypes (2024) — Tombul, Palaz, Çakildak als Standard-Sorten; Tombul und Palaz treiben früh aus (frostempfindlich), Çakildak treibt spät aus (resistenter); Sivri und Kalınkara als Bestäuber.
- Comparison of Fruit Quality … Çakıldak, Palaz and Tombul … Ordu Province (2024; DOI: 10.30910/turkjans.1451726) — Qualitätsvergleich auf verschiedenen Höhenlagen in der Provinz Ordu.
- Kemijski sastav lješnjaka iz sezone 2020. (Diplomarbeit, PBF Universität Zagreb, 2022) — Türkei ~56 % der weltweiten Produktion, Italien 16 %, Schwarzmeerküste als Hauptanbaugebiet; ~20 kommerziell bedeutende Sorten.
- Tehnologija berbe, sušenja i skladištenja lješnjaka: pregled literature (2022) — Ausbeute als Hauptkriterium für Qualität und Preis; >49 % bevorzugte Klasse; >50 % "Premium"-Preis (Mehlenbacher und Olsen, 1997); Kugelform und dünne Schale sind wünschenswert.
- Prerada lješnjaka u poduzeću (2025) und Ekonomska analiza proizvodnje lješnjaka (2023) — Türkei 60–70 % der weltweiten Menge (~850.000 t insgesamt), ~705.000 ha und ~600.000 t; ~60 % in der Region des östlichen Schwarzen Meeres (Ordu, Giresun, Trabzon); die kroatische Süßwarenindustrie importiert aus der Türkei und Italien.
Öffentliche Internetquellen:
- Hazelnut production in Turkey — Wikipedia — Giresun vs. Levante Qualität, Hauptsorten, Konzentration an der Schwarzmeerküste.
- 2024 Top 5 Hazelnut Producing Countries — Hazelnut Hub — Türkei ~708.000 t / ~61 % der weltweiten Produktion 2024, Italien ~101.000 t.
- Turkey: Hazelnut capital of the world — Capital Press — Konzentration der Produktion an der Küste, Anteil von Ordu.
- Unraveling Genetic Diversity Amongst European Hazelnut Varieties in Turkey — Frontiers in Plant Science (2021) — Genetische Nähe von Tombul, Çakildak, Palaz, Mincane; Schwarzmeer-Germplasma.
- Genetic Characterization of Hazelnut Cultivars from Turkey Using Molecular Markers — ResearchGate — Molekulare Charakterisierung türkischer Sorten.
- Turkish Hazelnuts vs. Californian and Georgian Varieties — Aladdin — Profil der türkischen Haselnuss für die Süßwarenindustrie.